Sandra Detzer – Bundestagsabgeordnete

1. Was verbindet Dich mit dem Handwerk?

Ich bin großer Fan des Handwerks. Wir brauchen mehr Handwerker*innen, wenn wir die Energiewende in Deutschland und die tiefgreifende Transformation der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität schaffen wollen. Handwerker*innen machen die grüne Zeitenwende, die wir jetzt brauchen, erst möglich: Handwerker*innen isolieren Häuser, bauen neue Heizungen ein, montieren Solaranlagen und reparieren Windräder.

In der grünen Bundestagsfraktion bin ich als Berichterstatterin für das Handwerk zuständig. Das bedeutet: Alle Gesetzesvorhaben, die das Handwerk betreffen, landen auf meinem Schreibtisch. Für meine Arbeit ist es wichtig, dass ich mich regelmäßig mit Akteuren und Verbänden wie dem ZDH (Zentralverband des deutschen Handwerks) oder dem BWHT (Baden-Württembergsicher Handwerkstag) zu den aktuellen Herausforderungen der Branche austausche. In Baden-Württemberg und in meinem Wahlkreis Ludwigsburg bin ich viel vor Ort unterwegs und besuche unterschiedliche Betriebe von der Schreinerei bis zur Installateurin. Dadurch gewinne ich Eindrücke aus erster Hand, wie innovativ und nachhaltig unsere Handwerker*innen bereits heute arbeiten.

Mein Ziel ist es, dass Handwerk, Wissenschaft und Politik die großen Herausforderungen für die Branche gemeinsam angehen und an Zukunftslösungen arbeiten. Nur gemeinsam werden wir es schaffen, dass unsere Wirtschaft klimaneutral wird. Als Politik müssen wir das Handwerk in Deutschland unterstützen und klare Rahmenbedingungen setzen, die klimaneutrales Wirtschaften und gute Arbeitsplätze attraktiv machen. Eins ist klar: Handwerker*innen können die Klimaretter*innen sein, die wir jetzt brauchen.

2. Was ist aus Deiner Sicht das Dringendste, das die Politik für das Handwerk tun sollte?

Wenn wir die Energiewende meistern wollen, müssen wir auch den Fachkräftemangel im Handwerk bekämpfen. Denn der Fachkräftemangel trifft das Handwerk besonders hart.

Wir brauchen konkrete und spürbare Lösungen für den Fachkräftemangel. Dazu müssen wir die berufliche Aus- und Weiterbildung als Chance begreifen: Die Azubis von heute sind die Klimaschützer*innen von morgen. Doch was wir sehen, ist ein riesiger Modernisierungsstau bei den Bildungsstätten und das Fehlen moderner Ausstattungen an allen Ecken. Klar ist: Wer gut ausbilden will, braucht gute Ausbildungsstätten. Einen entscheidenden Schritt sind wir hier schon in die richtige Richtung gegangen: Wir haben die Mittel für überbetriebliche Bildungsstätten um 2,1 Millionen auf insgesamt 72 Millionen Euro erhöht.

Neben attraktiveren Ausbildungen muss die Politik aber auch dafür sorgen, dass etwa Frauen im Handwerk gestärkt werden und die Fachkräftegewinnung aus dem Ausland besser funktioniert. Hierzu erarbeitet die Bundesregierung gerade auch eine neue Fachkräftestrategie.

3. Warum findest Du, dass der Kongress wichtig ist?

Der HandwerksGrün Kongress ist genau der richtige Ort, um die aktuellen Themen rund ums Handwerk zu diskutieren und aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Im Bundestag sind wir immer wieder dankbar, wenn sich Praktiker*innen gute Lösungen für akute Probleme überlegen, die wir dann in unsere Beratungen miteinbeziehen können. Politik handelt ja nicht im luftleeren Raum. Darum ist der intensive Austausch von Politik, Handwerk und Wissenschaft, das Teilen von Erfahrungen und schließlich das Erarbeiten gemeinsamer Lösungsansätze so wichtig, wenn wir die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen wollen. HandwerksGrün ist hier eine entscheidende Schnittstelle.

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